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Raphael Dornberg am 90mm Vixen Refraktor. Witthoh 1995/3 Schwäbische Zeitung. Schwäbische Zeitung Kein Wölkchen trübte den Blick auf Mondkrater und Saturnringe. Emmingen-Liptingen (hho) - Wie auf einem anderen Stern kam man sich am Freitag Abend auf dem Witthoh vor. Hunderte von Autos versperrten die Zufahrt zum Sendemast, alle Parkplätze rund um den Witthoh waren überfüllt, die Menschen wanderten wie Ameisen zu nur einem einzigen Punkt der Freilicht-Sternwarte der Singener Hobby-Astronomen, die dort zehn ihrer Teleskope und Fernrohre aufgestellt hatten. In die Welt der Sterne wollten von Freitagabend bei Einbruch der Dunkelheit bis in den frühen Samstag morgen bevor die Dunkelheit wich und der neue Tag anbrach, weit über 1000 Menschen, Erwachsene, Jugendliche und vor allem auch Kinder sehen. Sie waren begeistert von Mondkratern und Sternbildern, die sie durch die Teleskope der Volksstern warte Singen auf dem Witthoh vielleicht das erste Mal betrachten konnten. Sternhaufen und Galaxien konnten sie entdecken, einen Einblick in Welten nehmen, die Millionen und Milliarden von Kilometern von der Erde entfernt sind. Die Volkssternwarte Singen wollte mit diesem "Tag der offenen Nacht", mit dem kostenlosen Blick in ferne Welten, Besuchern ihr wissenschaftliches Hobby ein wenig näher bringen. Ihre Teleskope waren auf dein Witthoh bei Emmingen auf verschiedene Objekte am Himmel ausgerichtet. Kein Wunder, dass sich hinter jedem von ihnen lange Menschenschlangen bildeten. Jeder wollte einen Blick in die Welt der Sterne und Galaxien wagen. Und niemand wurde enttäuscht, denn kein Wölkchen oder Dunstschwaden beeinträchtigte die Sicht in dieser sternenklaren Nacht in den Sternenhimmel. Je mehr sich der zunehmende Mond dem westlichen Horizont näherte, hinter dem er schließlich verschwand, und je mehr Sterne am Himmelsfirmament auftauchten, desto mehr Besucher fanden sich auf dem Witthoh ein. Und sie erfuhren von den Mitgliedern der Volkssternwarte, dass alle Sterne außer der Sonne, die man am Himmel durch das Teleskop betrachtet nur als nadelscharfe Punkte erkennen kann. So wie die Astronauten die Erde als einen blauen Planeten kennen gelernt haben, sahen die Sternengucker auf dem Witthoh dann auch eine Vielfalt von Farben am Sternenhimmel, wenn sie endlich, nach langem, geduldigem Warten in der Schlange vor den Teleskopen standen und erwartungsvoll gen Himmel blickten. Bei der kostenlosen Sternenkunde der Hobby-Astronomen geizte man daher in dieser Nacht auch nicht mit der Mark. Aus den Spenden und dem Verkauf von großformatigen Farbfotos einzelner Planeten will die Volkssternwarte die Anschaffung eines noch stärkeren Teleskops finanzieren. Mit dem 11-Zoll Schmidt-Cassegrain-Teleskop der Herstellerfirma Celestron will die Volkssternwarte in noch fernere Himmelswelten vordringen. Und vielleicht wird es den Spendern dann einmal wieder ermöglicht, in einer wiederum sternenklaren Nacht noch fernere Himmelsobjekte deutlicher kennen zulernen. Der Weg zu den Sternen wird Sternenguckern aber nicht nur bei derartigen Anlässen ermöglicht. Jeden Freitag ist die Volkssternwarte in Singen für jeden geöffnet, der sich für Astronomie interessiert. Und sollte der Himmel einmal nicht so sternenklar sein, die Sterne sehen die Besucher allemal. Mit verschiedenen Astronomie-Programmen können am Computer viele Himmelsereignisse veranschaulicht werden. Es kann der Sternenhimmel zwischen 4000 vor Christi und 10 000 nach Christi an jedem Ort der Welt dargestellt werden. HORST HOLLANDT Copyright 2001 - Sternwarte Singen e.V. - Alle Rechte vorbehalten. [ Home ] |