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Herr Thomas Mengel am 5" Newton-Teleskop. Witthoh 1995/2 Schwarzwälder Bote. TUTTLINGER ZEITUNG Sterngucker auf dem Witthoh, alle Augen richteten sich auf Jupiter. Jede halbe Minute verschwindet der höchste Gott der Griechen aus dem Blickfeld. Hunderte von Menschen aller Altersgruppen beobachteten, am Freitag Nacht auf dem Witthoh, was Galilei 1610 mit seinem neu entwickelten Fernrohr sehen konnte: den Jupiter mit seinen vier größten Monden lo, Europa, Ganymed und Kallisto. Die Volkssternwarte Singen hatte zehn Teleskope, teils vereinseigen, überwiegend aber in Privatbesitz der Hobbyastronomen, auf den Aussichtspunkt mit dem .Sendemast gebracht. Entsprechend dem jahreszeitlichen Stand der Himmelskörper war Jupiter der Planet, dem wie von jeher die größte Aufmerksamkeit galt. Bereits die Griechen und Römer waren überzeugt, er sei etwas Besonderes, und gaben ihm den Namen ihres höchsten Gottes, obwohl sie sich seine Größe und Entfernung nicht vorstellen konnten. Mit seiner Sonnenumlaufzeit, von 11,86 Jahren ändert er seine Position nur langsam und ist damit gut zu beobachten. Zusätzlich dreht sich der Jupiter in neun Stunden einmal um seine Achse. Dieses große Interesse wird dem Jupiter vor allem deshalb zuteil, weil er der nächstgelegene der äußeren Planeten ist und ein 1323mal so großes Volumen besitzt wie die Erde. Seine Bahn verläuft im Mittel 630 Millionen Kilometer von der Erde und 778 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Manche dieser Sterne existieren längst nicht mehr. Wie an Thomas Mengels Fernrohr, das auf 40fache Vergrößerung eingestellt war, standen auch an den anderen Teleskopen Erwachsene und Kinder in langen Schlangen geduldig an, um staunend einen Blick auf den Planeten zu werfen. Während verschiedene Mitglieder der Volkssternwarte Singen komfortable Geräte besaßen, die der einmal eingestellten Lichtquelle mit Batteriebetrieb automatisch folgen, hieß es beim vereinseigenen Teleskop, das Thomas Mengel betreute, alle halbe Minute: »Er ist aus -dem Blickfeld.« Dann justierte der Singener Schreinerlehrling, der seit Ende 1991 dem Verein angehört, geschickt das Fernrohr wieder auf den Himmelskörper. »Es fasziniert mich, in die Vergangenheit zu sehen«', ist ein Grund, weshalb er sich diesem Hobby widmet. »Manche Sterne existieren gar nicht mehr, obwohl wir sie noch sehen. So was ist doch faszinierend«, schwärmt der sonst sehr zurückhaltende junge Mann. Namens seines Vereins mit dem Vorsitzenden Elmar Nestlen lud er an diesem Abend alle Interessierten in die Volkssternwarte nach Singen ein. Sie biete jeden Freitag, außer an Feiertagen, winters um 20 Uhr und sommers um 21 Uhr, Führungen. Bei klarem Himmel gehöre dazu ein Blick durch das fest installierte Newton-Spiegelteleskop mit 300 facher Vergrößerung. Foto: Bischof Copyright 2001 - Sternwarte Singen e.V. - Alle Rechte vorbehalten. [ Home ] |