Widmannstättensche Figuren

W-Figuren in 3D: Maßstab-Würfel - 10 x 10 x 10mm - Handgefertigt von Mirko Graul.

Widmannstättensche Figuren: Carbo IID Eisen / Sonora - Präpariert von Mirko Graul.

Widmannstättensche Figuren
Das Mineral Kamazit ( Balkeneisen ) bildet den größten Anteil der sichtbaren Lamellen. Diese werden von Taenit ( Bandeisen ) an den Seiten eingefasst, während der Plessit, als drittes Mineral die Zwischenräume ausfüllt. Ein Mikroskop gewährt bei der Betrachtung der geätzten Meteoritenfläche weitere interessante Einblicke.

Widmannstättensche Figuren: Gefügeansicht einer schön geätzten Henbury Scheibe.

Widmannstättensche Figuren: Gefügeansicht einer wunderbar geätzten Tolucca Scheibe.

Bild links: Eisen-Meteorit Henbury Scheibe geätzt - 62,2g - Typ: Om IIIAB - Kontinent: Australien - Fundort- und Jahr: Northern Territory 1931 - Mit Wid. Figuren.

Bild rechts:
Eisen-Meteorit Mundrabilla Scheibe geätzt - Typ IIICD - 1911 gefunden in West Australien - Gewicht: 19,5g - Maße: 46 x 33 x 3mm - Mit Wid. Figuren.

Widmannstättensche Figuren
In dieser Ausprägung kommen die Gefügestrukturen in irdischem Material niemals vor. Wissenschaftlern ist bisher die künstliche Herstellung der Widmannstättenschen Figuren nicht gelungen. Sie sind quasi fälschungssicher und ein eindeutiges Indiz auf einen Eisenmeteoriten des Typs Oktaedrit. Diese Muster entstehen durch das extrem langsame Abkühlen und Auskristallisieren der beiden Minerale Taenit und Kamazit unter dem Einfluss der im Weltall herrschenden Schwerelosigkeit. Die Abkühlung des betroffenen Materials beträgt in 1 Million Jahre lediglich < 1° Celsius.

Kurz-Info
Die innere Gefügestruktur von Eisenmeteoriten der Oktaedriten-Gruppe können auf die folgende, relativ einfache Bearbeitungsmethode zum Vorschein gebracht werden.

Von dem ausgewählten Meteoriten wird ein beliebiges Stück abgesägt. Die grobe Sägefläche wird anschließend unter Verwendung immer feiner werdenden Körnung nass geschliffen ( Schleifpapier ). Das Ziel des nächsten Arbeitschrittes besteht darin, die geschliffene Fläche sorgfältig zu polieren. Als letzter Schritt wird die polierte Fläche mit verdünnter alkoholischer Salpetersäure vorsichtig angeätzt, bis sich nach kurzer Zeit die Widmannstättenschen Figuren zeigen.

Sammlung: Konrad Andrä

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