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2002 - Stadtjugendpflege Singen

Südkurier Singen

Nick Balzer und Jan Günter betrachten eine geatzte Meteoritenscheibe durch ein Mikroskop.

Meteoriten zum Anfassen

Endlich wird die Tür der Zeppelin-Realschule geöffnet. Achtzehn Kinder drängeln sich um kurz nach acht Uhr abends durch die Eingangstür und stürmen die Treppen hinauf bis in den Raum der Sternwarte. Dort schauen sie sich erwartungsvoll um. Spätestens jetzt wissen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Sternwarte Singen, u.a. Elmar Nestlen, was die folgenden eineinhalb Stunden auf sie zukommen wird. Die Neugierde einer aufgeregten Horde Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren muss gestillt werden.

Die Stadtjugendpflege Singen bietet in Zusammenarbeit mit der Sternwarte seit einigen Jahren die „Reise zu den Sternen“ in ihrem Feriensommer-Programm an. Ein Mitarbeiter der Sternwarte erklärt, bei uns gibt es Meteoriten zum Anfassen und die Kinder können durch das Teleskop verschiedene Himmelskörper beobachten. Das kommt immer sehr gut an. Doch leider spielt an diesem Montag das Wetter nicht mit - dichte Bewölkung versperrt die Sicht auf den Himmel und die angekündigten Sternschnuppen. Thomas Mengel muss sich darauf beschränken, den Teilnehmern die Teleskope in der Kuppel der Sternwarte zu zeigen. Mit großen Augen, verfolgen die Kinder seine Erklärungen und bestaunen die Technik.

In, einem anderen Raum der Sternwarte sind Meteoriten ausgestellt und Planeten-Modelle hängen an der Decke. Was sind denn das für Planeten? Wer weiß, wie der da heißt, fragt Elmar Nestlen, und zeigt auf den am weitesten von der Sonne entfernten Planeten. Die Kinder machen ihm eine Menge Namensangebote und raten begierig um die Wette. Einige wollen ihr Wissen

unbedingt los werden und strecken solange bis sie drankommen. Das ist „Pluto“, „Sehr gut“, kommentiert Nestlen, „aber wisst ihr auch, wie weit der Pluto von der Erde entfernt ist und wie lange ein Raumschiff dorthin braucht?“ Nun geht das Rätsel-Raten munter weiter. Der Sternwarten-Mitarbeiter nimmt die Vorschläge der Kinder milde lächelnd zur Kenntnis: Zehn Kilometer weit sei er weg, ein paar Tage oder Wochen brauchte man schon.

Die Auflösung. Laut Nestlen ist ein Raumschiff 20 Jahre unterwegs und muss sechs Milliarden Kilometer zurücklegen, um den Pluto zu erreichen. Der Planet selbst benötige 270 Jahre für einen Umlauf um die Sonne. Diese Informationen erstaunen die Kinder so sehr, dass ein einziges „Bo-ah“ den Raum erfüllt.

Es folgen noch weitere Attraktionen, einige Milliarden Jahre alte Meteoriten-Teile aus Arizona werden herumgegeben, Bilder mit Kratern von eingeschlagenen Großmeteoriten betrachtet. Dann bildet sich eine Schlange vor dem Mikroskop - ein Stück vom Mond liegt darunter und fasziniert die Kinder ungemein.

Nach eineinhalb spannenden Stunden beschließen alle, wieder zu kommen. Nach dem Eintreffen der Eltern kaufen sich die Kinder ein kleines Stück Meteorit - zum Andenken an einen erlebnisreichen Abend.

MELANIE MENRAD

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