Elek. Steuerung

Abb. Elektrische Steuerung für das 200 mm Selbstbau-Newton-Teleskop.

Kurz-Info

Sämtliche mechanische Bauteile einer parallaktischen Montierung unterliegen engsten Fertigungstoleranzen. Jedoch geringste Abweichungen von den gefor-derten Sollmaßen, wie zum Beispiel der Teilungsfehler der Schneckenräder, in Verbindung mit dem Aufstellungsfehlers des Instrumentes, summieren sich zu einem Gesamtfehler. Dieser macht sich mit steigender Vergrößerung immer gravierender bemerkbar. Das eingestellte Himmelsobjekt wandert langsam aber sicher aus dem Gesichtsfeld des verwendeten Okulars.

An unserem Sternwarteninstrument vergeht, bei 70 facher Vergrößerung und eingeschaltetem Stundenachsenmotor, über eine Stunde, bis sich das eingestellte Objekt aus dem Gesichtsfeld verabschiedet. Folglich wird dieser Abweich-ungsfehler bei visueller Beobachtung nicht als störend empfunden.

Ein echtes Problem hat jedoch ein Sternfreund, der die überwiegend lichtschwachen Sternhaufen, Gasnebel und Galaxien unseres Sternenhimmels auf fotografischen Aufnahmen verewigen will. Sein Ziel besteht darin, die Sterne als gestochenscharfe Punkte auf den hochempfindlichen Film zu bannen. Aus diesem Grund besitzen parallaktische Montierungen zwei Elektromotoren. Den unverzichtbaren Elektromotor der die Stundenachse in die richtige Drehung versetzt und den nur für Korrekturen verwendete Deklinationsmotor. Weicht der im Leitfernrohr eingestellte Leitstern von seiner Sollposition ab, kann diese Verschiebung elegant mit Hilfe von Tastern an einer mobilen Handbox korrigiert werden.

Um sofort die kleinste Abweichung zu erkennen, verwendet der Astrofotograf ein Doppelfaden-kreuzokular.Abhängig von der Brennweite der verwendeten Aufnahmeoptik oder Teleobjektiven darf sich der Leitstern eine definierte Strecke vom Sollpunkt entfernen, bis der Fotograf eine entsprechende Korrektur durchführen muss, damit aus den Sternpunkten keine winzigen Kreis-bögen entstehen. Einmal nicht aufgepasst und alles war umsonst, die Aufnahme ist verdorben.

Belichtungszeiten von 10 Minuten und beträchtlich länger sind bei der Astrofotografie keine Seltenheit sonder die Regel. Je nach gewähltem Standort, der Sensibilität des verwendeten Filmmaterials, der Helligkeit der Himmels-objekte und dem Objektiv ( je größer desto besser ) variiert die Belichtungszeit, große Erfahrung ist hier hilfreich, oder genügen Filmrollen.

Diese Aufnahme zeigt Sternbahnen über dem bekannten Säntismassiv in der Schweiz. Fotograf: Konrad Andrä - Kamera: Olympus ON1 SLR .

Diese Aufnahme
zeigt das Säntismassiv als schwarze Kontur. Das helle rote Licht ist auf dem mächtigen Funkturm angebracht. Der Säntis ist knapp 2500 Meter üNN hoch. Konrad Andrä fotografierte ca. 20 Minuten den Sternenhimmel durch ein 50mm Objektiv, von der 1100 Meter tiefer gelegenen Schwägalp. Die Aufnahme wurde nicht nachgeführt, deshalb sind die Sterne nicht punktförmig Abgebildet, sondern als lange Kreisbögen sichtbar. Die helle Spur in der Mitte des Bildes stammt vom Riesenplaneten Jupiter. [ Jupiter ] [ Lichtverschmutzung ]

Der Inhalt dieser wenigen Zeilen beleuchten nur die wichtigsten Grundlagen der Astrofotografie. Literatur zu diesem Thema können Sie in jeder Buchhandlung bestellen.

1998 wurde die elektronische Steuerung für das Sternwarteninstrument aufwendig optimiert. Michael Hörenberg und Elmar Nestlen entwickelten eine völlig neue Leiterplatte mit zeitgemäßen elektronischen Bauteilen. Resultat ihrer Arbeit, die erforderlichen Parameter sind wesentlich stabiler, selbst bei großer Kälte. Die spezifischen Nachführgeschwindigkeiten für Sonne, Mond und Sterne werden seitdem direkt an Schaltern angewählt.


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