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Bild links: Eigenbau-Montierung. Ganz links erkennen Sie die Deklinationsachse 1 mit beleuchtbarem Teilkreis 2 sowie den Gegengewichten 3. In der Mitte des Bildes sehen Sie den zweiten beleuchtbaren Teilkreis 4, welcher kraft-schlüssig mit der Stundenachse 5 verbunden ist. Unten rechts befindet sich ein Schutzgehäuse 6 . In diesem arbeitet das doppelte Schneckengetriebe 7, angetrieben durch einen 12 V Schrittmotor 8 mit vorgestztem Untersetzungsgetriebe und Rutschkupplung. Des Weiteren ist die Klemmkupplung 9 für die Stundenachse in diesem Gehäuse untergebracht. In der Kuppel der Sternwarte Singen befand sich bis 2002 diese selbstgebaute parallaktische Montierung der Bauart Deutsche Montierung. Diese " führte " beinahe 20 Jahre lang die Teleskope der Sternwarte dem sich drehenden Sternenhimmel nach. Kurz-Info Ein mechanisches Meisterwerk stellt die parallaktische Montierung dar. Sie können sich das Zusammenspiel von dem Tubus mit Optik und der parallaktischen Montierung so vorstellen, als seinen diese beiden Komponenten eine mechanische Uhr. Ein Zeiger der Uhr ist das Fernrohr und das Uhrwerk ist die Montierung. Die Konstruktion der Montierung erlaub eine genau definierte Bewegung der beiden massiven Stahlachsen. Die Achsen werden als Deklinationsachse und Rektaszensions-achse ( auch Stundenachse ) bezeichnet. Mit Hilfe der Deklinationsachse wird der Abstand eines Sterns vom Himmelsäquator direkt an einem Teilkreis mit Nonius ( + und - Winkelgradeinteilung ) eingestellt. Bei der Stundenachse wird es etwas komplizierter, hier kommt unsere Erddrehung ins Spiel. Ist der Stern auch an diesem Teilkreis ( Stunden und Minuten-Einteilung ) eingestellt, so sehen wir diesen im Gesichtsfeld des Okulars. Doch die Freude hält nicht lange an, denn durch die Erdrotation , von West nach Ost , wandert der Stern langsam aus dem Gesichtsfeld. Jetzt kommt die geniale Konstruktion einer parallaktischen Montierung zum Einsatz. Ein Schneckengetriebe, kombiniert mit einem entsprechenden Elektromotor ( muss natürlich exakt berechnet sein ) übernehmen die Kompensierung, der " ständigen Flucht " unseres Beobachtungsobjektes, aus dem Okulargesichtsfeld. Die Stundenachse dreht sich nun mit synchroner Rotations-geschwindigkeit wie die Erde, aber in entgegen gesetzter Richtung, folglich von Osten nach Westen. Und mit der langsamen Rotation der Achse ( 1° in 4 Minuten ) bewegen sich auch alle übergeordneten Bauteile. Unser Stern bleibt durch diese konstruktive Lösung über längere Zeit, ohne lästige manuelle Korrektur, im Okular sichtbar. [ Gesichtsfeld ] [ Okular ] Vorausgesetzt, das gesamte Instrument ist entsprechend aufgestellt. Das bedeutet im einzelnen, die Stundenachse befindet sich präzise in Nord-Süd-Richtung und zeigt genau auf den fiktiven Drehpunkt der Erdachse am Himmel. Also in die unmittelbare Umgebung des Polarsterns ( Polaris ). Jetzt steht einer erfolgreichen Beobachtung des Sternenhimmels, selbst bei 200 facher Vergrößerung, nichts mehr im Wege. [ Polaris ] Copyright 2001 - Sternwarte Singen e.V. - Alle Rechte vorbehalten. [ Seitenanfang ] [ Home ] |