Meteoritenkrater-Entstehung

Schematische Darstellung: Impakt eines senkrecht auftreffenden Großkörpers aus dem Weltall auf die feste Oberfläche der Erde.

Phase 1 - Anflug

Großmeteoriten, Asteroiden und Kometenkerne werden von der irdischen Atmosphäre nicht mehr abgebremst. Deshalb behalten sie ihre kosmische Geschwindigkeit bei und schlagen mit unvorstellbarer Gewalt auf die Erdoberfläche.

Phase 2 - Kontakt
Das kosmische Projektil berührt erstmals die Erdoberfläche.

Phase 3 - Aufschlag
Die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Der Himmelkörper schlägt innerhalb von Sekunden einen riesigen Krater, er dringt tief in die Erdoberfläche ein und komprimiert die verschiedenen Gesteinschichten bis in größere Tiefen. Die entfesselten Schockwellen rasen durch das Gestein und zertrümmern dieses.

Phase 4 - Materialauswurf
Gleichzeitig werden gigantische Erd- und Gesteinsmassen aus dem sich bildenden Impaktkrater herausgeschleudert.

Phase 5 - Verdampfung
Durch den Impakt wandelt sich die kinetische Energie der kosmischen Bombe in thermische Energie, wobei es zu einer schlagartigen Explosion kommt und der Körper verdampft. Meteoriten die bei Impaktkratern gefunden werden, haben sich folglich bereits vor diesem Zeitpunkt vom Mutterkörper gelöst. Ein gutes Beispiel hierfür ist der gewaltige Meteor Crater in Arizona / USA. [ Arizona Krater ]

Phase 6 - 7 - 8
Das meist geschmolzene Gestein wird in die Höhe geschleudert und fällt mit großer Geschwindigkeit wieder auf die Erdoberfläche zurück. Bei diesem Prozess entstehen häufig Sekundärkrater. Wenn ein großer Körper mit sehr hoher Geschwindigkeit in die Erdoberfläche eindringt, wird das Gestein komprimiert und federt danach wieder zurück. Durch diesen Vorgang entsteht im Kraterinneren ein sogenannter Zentralberg. Die Rändern dieser überwiegend kreisrunden Krater bildet das ausgeworfene Material in Gestalt einer wallartigen Umrandung. Siehe Mondkrater Eratosthenes [ Eratosthenes ]

Nördlinger Ries
Heute ist der Wissenschaft bekannt, dass bei der Entstehung des Rieskraters bei Nördlingen etwa 150 Milliarden Kubikmeter Trümmermasse nach allen Seiten ausgeworfen wurde. Dieses Material bedeckte die Landschaft in einem Umkreis von 40 Kilometern mit einer circa 30 Meter hohen Ablagerungsschicht. [ Nördlinger Ries ]

Die Abbildung zeigt einen geschockten Belemniten aus dem Nördlinger Ries.

Kurz-Info
Belemniten sind eine Gruppe von ausgestorbenen Kopffüßern. Sie ähnelten im Aussehen den heutigen Kalmaren.

Üblicherweise sind die versteinerten Belemniten glatt und eben geformt. Im Nördlinger Ries hingegen werden sogenannte geschockte Belemniten gefunden. Durch die ungeheure Energieentfaltung durch den Meteoriten-Aufschlag rasten gewaltige Schockwellen durch das betroffene Erdreich. Auch an den versteinerten Ries Belemniten ging die Katastrophe nicht ohne gravierende Folgen vorüber. Deshalb findet man dort oft Belemniten mit treppenartigen Brüchen und Verschiebungen.

Link: Rieskrater Museum Nördlingen www.rieskrater-museum.de

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