Fernglas Porro

Schematische Darstellung: Der Strahlengang im Fernglas nach Porro.

Kurz-Info

Porroprismen-Ferngläser sind nach ihrem italienischen Erfinder Iganzio Porro benannt. Diese Variante erkennt man schon auf den ersten Blick daran, dass die Objektive wesentlich weiter auseinanderstehen als die Okulare. Diesem Nachteil in Sachen Kompaktheit, steht aber auch ein kleiner Pluspunkt in der Abbildungsleistung entgegen. Durch den größeren Abstand der Objektive wirkt das betrachtete Bild stereoskopischer, also besitzt eine bessere 3D-Darstellung.

Bei Porroprismen-Ferngläsern sind die beiden Okulare über eine Okular-bücke miteinander verbunden, die durch Drehen des Fokussierrades vor und zurück bewegt werden kann. Die Brücke ist die mechanische Achillesferse dieser Konstruktion. Die minimalste Verbiegung und die erforderlichen Abstände der beiden Okulare zu den Objektiven stimmen nicht mehr überein. Das Resultat sind verschieden scharfe Bilder.

Die Prismen haben die Aufgabe, das seitenverkehrte, auf dem Kopf stehende Abbild des Objekts wieder in die richtige Position zu bringen. Daher sind sie auch unter dem Begriff Umkehrsystem bekannt. Die eingesetzten Prismen besitzen einen entscheidenden Einfluss auf die Bauweise und Kompaktheit eines Fernglases. Man unterscheidet zwischen Dachkant- und Porroprismen.

Wasserdichtigkeit bei Porroprismen-Ferngläser zu erreichen ist Grund-sätzlich machbar, aber aufwendiger als bei den Dachkantprismenfern-gläsern. Möglichkeiten sind die Abdichtung mit Hilfe von O-Ringen und die Befüllung mit Stickstoff, gegen das Beschlagen der optischen Elemente im inneren des Gerätes.

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