|
Wolfgang Scheinberger Begonnen hat alles mit der partiellen Sonnenfinsternis am Samstag, 31. Mai 2003.Ich hatte mich morgens um 4:00 Mesz aufgemacht, das Himmelsschauspiel der Sonnenfinsternis von einem Berg aus zu fotografieren. So fuhr ich mit Foto, Teleobjektiv, Filter und Stativ bewaffnet von Radolfzell am Bodensee auf einen Berg hinter der Stadt Engen. Von meinem ausgewählten Beobachtungspunkt erstreckt sich in östlicher Richtung ein weites Tal mit guter Horizontsicht. Ich brachte Stativ und Kamera in Stellung und wartete. Nun muss ich dazu sagen, dass ich nicht nur Hobby-Astronom, sondern auch noch engagierter Amateur-Funker bin. Deshalb hatte ich im Auto meine Funkstation, mit der ich über das Zugspitzrelais nach einem weiteren Funkamateur rief, der vielleicht auch schon morgens um 5 Uhr aufgestanden ist, um das Himmelsereignis zu sehen. Nach kurzem Rufen meldete sich DK5CO, der in Günzburg bei Ulm ebenfalls auf einem Berg stand und den Sonnenaufgang erwartete. Nach wenigen Minuten meldete sich noch DL7AYD aus München-Haar, der auch auf den Aufgang der Sonne wartete. Wir unterhielten uns über unsere Ausrüstung, da meldete DL7AYD aus München den Sonnenaufgang mit der bereits partiell verfinsterten Sonne. Umgehend notierte ich die Uhrzeit, es war 5:19 Mesz. Alfons aus Günzburg meldete zu dieser Zeit nur rote Wolkenstreifen am Horizont, aber noch keinen Sonnenaufgang. Erst um 5:25 Mesz kam Funkspruchmeldung über den Beginn des Sonnenaufganges. Bei mir in der Nähe von Engen war von der ersehnten Sonnenscheibe jedoch nichts zusehen. Erst um 5:31 Mesz sah ich die Sonne aus dem Morgennebel emporsteigen. Ich stelle die Kamera ein und machte eine Reihe von Aufnahmen. Zu Hause angekommen sah ich mir die notierten Daten der Sonnenaufgänge noch einmal an. Ich überlegte , wenn Alfons in Günzburg den Sonnenaufgang 6 Minuten später beobachten konnte als Christian in München, so ließ sich doch daraus die Entfernung Günzburg-München berechnen. Die Erde besitzt bekanntlich einen Äquator-Umfang von rund 40.074 Kilo-metern. Sie dreht sich in 24 h ( gleich 1440 Minuten ) einmal um ihre fiktive Achse. Da sowohl Günzburg und München-Haar auf dem 48° Breitengrad liegen, ist dort der Erdumfang 40.074 km x cos48° = 26815 km. Um die einzelnen Entfernungen der Städte zu berechnen, geht man wie folgt vor. 28615km : 1440min x 6min = 111,7km = Entfernung Günzburg München-Haar. 28615km : 1440min x 12min = 223,4km = Entfernung Engen München-Haar. |
|
Erklärungs-Skizze zu den Berechnungen Ein Vergleich mit der Landkarte bestätigte diese Rechenergebnisse. Günzburg liegt rund 111,73 Kilometer westlich von München-Haar. Der Kartentest Engen München-Haar ergab ebenfalls ein zutreffendes Ergebnis. Nun kann man ja als Funkamateur auch die umgekehrte Rechnung aufstellen. Wenn der OM in München den Sonnenaufgang 6 Minuten früher beobachtet, als der OM im 111,73 Kilometer weiter westlich gelegenen Günzburg, so kann man aus diesen Daten den Umfang der Erde bestimmen. 111,73 km : 6 min x 1440 min = 26.815 km : cos48° = 40074 km Äquator-Umfang unseres blauen Planeten. Des weiteren ergibt sich die Möglichkeit den Durchmesser der Erdkugel zu errechnen. [ Sonnenfinsternis 2003 ] Mit besten Grüßen Wolfgang Scheinberger Copyright 2001 - Sternwarte Singen e.V. - Alle Rechte vorbehalten. [ Seitenanfang ] [ Home ] |