Grüner Strahl

Sonnenaufgang gegen 08:15 Mez. am 02. Februar 2006. An diesem Morgen herrschte eine ausgeprägte Inversionswetterlage, bei der durch Überlagerung von kalten durch warme Luftschichten, ein Austausch der Luftmassen verhindert wurde. Auf dem Witthoh, hoch über der kalten trüben Nebelzone, reichte der Blick bei sehr guter Fernsicht bis zu den Berggipfeln der Algäuer Alpen.

Dieser fotografische Glückstreffer dokumentiert das äußerst seltene atmosphä-rische Beugungsphänomen eines Grünen Blitzes ( Grüner Strahl ) am 02. Februar 2006 bei Sonnenaufgang. Das Foto wurde vom Witthoh aus geschossen und zeigt am Horizont die Silhouette der Allgäuer Alpenkette. Die höchsten Erhebungen auf dem Bild sind die Berggipfel des Hochvogels und Hochgrats.

Dieses Bild zeigt eine digitale Vergrößerung des Grünen Blitzes an der Sonne.

Der Fotograf Harald Wochner schreibt zu seiner Beobachtung:
Bei Sonnenaufgang sah ich einen gigantischen Grünen Blitz, seither weiß ich, warum diese Erscheinung Grüner Blitz ( Grüner Strahl ) heißt. Es war, als würde jemand per Knopfdruck einen sehr hellen punktförmigen Blitz zünden, und das ohne erkennbare Anzeichen beim Aufgang der Sonne. Aber die Helligkeit und diese türkisblaue Farbe waren einfach überwältigend bzw. unbeschreiblich schön. Das Bild ist nur ein fader Abguss des wahren visuellen Erlebnisses.

Kurz-Info 1
Voraussetzung für die Entstehung des Grünen, Blauen oder Roten Strahles an der Sonnenscheibe ist extrem klare Luft in Verbindung mit einer sehr ruhigen, ge-schichteten Atmosphäre mit Schichten unterschiedlich dichter Luftmassen. Mehr Informationen erhalten Sie unter: [ www.meteoros.de ]


Kurz-Info 2
Durcheilen Lichtstrahlen die dichteren Schichten unserer Erdatmosphäre erfahren diese eine Strahlenbrechung ( Refraktion ), die zu einer scheinbaren Hebung der Gestirne führt. Am Horizont beträgt sie bei einem Luftdruck von 760mm und +10°C immerhin 35´24´´. Das bedeutet, dass die Sonnenscheibe, die etwa ein halbes Grad Durchmesser besitzt, gerade aufgegangen erscheint, obwohl sie tatsächlich noch unter dem Horizont steht.


Mit der Refraktion ist am Horizont eine meist ovale Verzerrung der Sonnen- und Mondscheibe verbunden, die erst wieder verschwindet, wenn der Himmelskörper höher über den Horizont wandert.

Der Betrag der Strahlenbrechung nimmt bei steigendem Luftdruck und sinkender Temperatur zu und umgekehrt. Nur in dem Fall, dass ein Gestirn genau im Zenit steht, verschwindet das Phänomen. Für erdgebunde astronomische Positionsbe-stimmungen ist die Strahlenbrechung zu berücksichtigen.
[ Erd-Atmosphäre ] [ Mond mit Grünem Segment ] [ Refraktion Mond-Sichel ] [ Refraktion Sonne ]

Aufnahme-Daten: 02. Februar 2006 - 8:14 Mez. - Kamera: Canon Digitalkamera EOS 300D - Fotograf: Harald Wochner www.nachtwunder.de


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